Öffis-Potpourri
Nun war es endlich soweit. Mein Auto bedurfte (wieder einmal) einer gröberen Reparatur, sodass ich mich entschloss, eine Woche lang öffentlich zur Arbeit zu fahren.
Der Entschluss fiel mir nicht leicht, aber was sein muss, muss eben sein.
Meine erste Fahrt ging von Ebenfurth nach Wien.
Warum Ebenfurth? Nun ja, mein Mechaniker ist im Burgenland daheim.
Das Ticket war schnell gelöst, worauf sich mir dann aber bald die Frage aufdrängte:
'Von welchem Gleis fährt der Zug nach Wien?'
Ich muss dabei erwähnen, dass der Bahnhof zwar sehr winzig ist, aber immerhin über 4 Gleise verfügt!
Mein Weg führte mich auf Gleis 1. Ein älterer Herr stand da, und ich überwand mich, ihn zu fragen. Seine Antwort: 'Auf Gleis 1 fährt immer der 1er weg', befriedigte mich in keinster Weise.
Neben mir stand ein junges Pärchen und ich konnte mühelos ihrem Gespräch beiwohnen.
Sie: 'Gell das ist heute ein aufregender Tag für dich?'
(Ich dachte mir, für mich auch.)
Er: 'Ja, ich bin schon lange nicht mehr Bahn gefahren.'
(Ich dachte mir, ich auch nicht.)
Sie: 'Weißt du, hier am Gleis 1 kommt von dort der Zug aus Deutschkreuz.'
Er: 'Aber müssen wir nicht auch wieder in diese Richtung fahren?'
(Ich lausche gespannt, denn in zwei Minuten fährt der Zug nach Wien)
Sie: 'Ja genau, da wird dann das Hinterteil zum Vorderteil, und ab gehts nach Wien.'
(Endlich ist das Stichwort gefallen, ich bin also richtig.)
Der Zug braust ein, das fachkundige Pärchen eilt nach vorne.
Ich eile mit, suche mir dann ein schönes Plätzchen und schon fährt der Zug los.
'Warum hat dieser Minibahnhof 4 Gleise, wenn die Züge auf ein und demselben Gleis, rein und rausfahren?', kommt mir noch in den Sinn, und schon schlafe ich ein.
(Vielleicht kann ich das ja bei der Fahrt Wien-Ebenfurth erkunden.)
Die ersten beiden Öffis-Tage litt ich an dem heimtückischen Bussyndrom.
Das äußert sich so, dass man in den Bus einsteigt, sich einen Platz
sucht - mein Lieblingsplatz ist der linkeste in der letzten Reihe - und auf der Stelle einschläft. Unterbrochen wird der Schlaf mehrmals durch das abrupte Absacken des Kopfes Richtung Brust, dann reißt man den Kopf hoch, schaut mal wo man denn ist, und schon gehts wieder los...
Nachdem ich nach zwei Tagen endlich immun war, und meine Umwelt wahrnahm, entdeckte ich, dass es wohl so etwas wie eine Busbekleidungsvorschrift geben muss. Man trägt Blue-Jeans und ein T-Shirt, vorzugsweise ein Beschriftetes, sowie 'Talentfrei' oder 'Du kannst mich mal..........anrufen' von Levis.
Erlaubt sind auch T-Shirts von Lieblingsbands, allerdings scheint es
ein Muss zu einem Kiss-Shirt eine Red-Jeans zu tragen. Auch ein Muss, ein Rucksack! Worin wohl die Business-Kleidung ist.
Ich habe heute auch eine Blue-Jeans an und dazu ein T-Shirt mit kleingedruckt 'Esprit' darauf. Eigentlich hätte ich lieber eines meiner Bon-Jovi-Shirts angezogen, aber ich habe erstens keine Red-Jeans und zweitens wollte ich keinen Rucksack mitnehmen.
Warum ich mich den Bekleidungsvorschriften angepasst habe, ist leicht zu erklären. Gestern nachmittag (endlich syndromfrei) sah ich mal wie verdreckt diese Busse sind. Ich setzte mich wieder auf meinen Lieblingsplatz und teilte mir somit diese Reihe mit
einem kleinen Jungen. (er drei Plätze ich meinen) Ihm war offenbar furchtbar langweilig, denn er strampelte auf den drei Sitzen ziemlich herum, mal lag er, mal hüpfte er, mal sang er....dann klatschte er mit der flachen Hand auf den Sitz zwischen uns. Eine extreme Staubwolke stieg auf, aus meinem Mund kam ein 'Puuh', und als sich der Staub wieder legte grinsten wir uns an. Eine alte Dame die mit dem Gesicht in unsere Richtung saß,
beobachtete uns schon längere Zeit. Als der Bursche schließlich vor lauter Langeweile seine Schuhe auszog und seine Zehen mit Hingabe säuberte, wurde es der alten Dame wohl zu bunt.
Sie baute sich vor mir auf und sagte lautstark: 'Wollen Sie den Burschen nicht ordentlich erziehen?'
Ich: 'Meinen Sie wirklich, dass ICH das machen sollte?'
Sie: 'Wenn nicht Sie, wer denn dann!!!'
Ich frage den Jungen: 'Was hältst du davon?'
Er: 'Puuh!' Wir grinsen uns an, und die alte Dame setzt sich keppelnd mit hochrotem Kopf wieder auf Ihren Platz. Zwei Stationen später steigt der Junge aus, ich rufe ihm nach:
' Du brauchst nicht auf mich warten, ich komme heute spät nach Hause!'
Er: 'Puuh!!!' und ein letztes gemeinsames Grinsen.
Die alte Dame ist am Zerplatzen....
Wenn ich ihn schon nicht erziehen konnte, so habe ich doch seinen Wortschatz um ein Wort erweitert.
Der Entschluss fiel mir nicht leicht, aber was sein muss, muss eben sein.
Meine erste Fahrt ging von Ebenfurth nach Wien.
Warum Ebenfurth? Nun ja, mein Mechaniker ist im Burgenland daheim.
Das Ticket war schnell gelöst, worauf sich mir dann aber bald die Frage aufdrängte:
'Von welchem Gleis fährt der Zug nach Wien?'
Ich muss dabei erwähnen, dass der Bahnhof zwar sehr winzig ist, aber immerhin über 4 Gleise verfügt!
Mein Weg führte mich auf Gleis 1. Ein älterer Herr stand da, und ich überwand mich, ihn zu fragen. Seine Antwort: 'Auf Gleis 1 fährt immer der 1er weg', befriedigte mich in keinster Weise.
Neben mir stand ein junges Pärchen und ich konnte mühelos ihrem Gespräch beiwohnen.
Sie: 'Gell das ist heute ein aufregender Tag für dich?'
(Ich dachte mir, für mich auch.)
Er: 'Ja, ich bin schon lange nicht mehr Bahn gefahren.'
(Ich dachte mir, ich auch nicht.)
Sie: 'Weißt du, hier am Gleis 1 kommt von dort der Zug aus Deutschkreuz.'
Er: 'Aber müssen wir nicht auch wieder in diese Richtung fahren?'
(Ich lausche gespannt, denn in zwei Minuten fährt der Zug nach Wien)
Sie: 'Ja genau, da wird dann das Hinterteil zum Vorderteil, und ab gehts nach Wien.'
(Endlich ist das Stichwort gefallen, ich bin also richtig.)
Der Zug braust ein, das fachkundige Pärchen eilt nach vorne.
Ich eile mit, suche mir dann ein schönes Plätzchen und schon fährt der Zug los.
'Warum hat dieser Minibahnhof 4 Gleise, wenn die Züge auf ein und demselben Gleis, rein und rausfahren?', kommt mir noch in den Sinn, und schon schlafe ich ein.
(Vielleicht kann ich das ja bei der Fahrt Wien-Ebenfurth erkunden.)
Die ersten beiden Öffis-Tage litt ich an dem heimtückischen Bussyndrom.
Das äußert sich so, dass man in den Bus einsteigt, sich einen Platz
sucht - mein Lieblingsplatz ist der linkeste in der letzten Reihe - und auf der Stelle einschläft. Unterbrochen wird der Schlaf mehrmals durch das abrupte Absacken des Kopfes Richtung Brust, dann reißt man den Kopf hoch, schaut mal wo man denn ist, und schon gehts wieder los...
Nachdem ich nach zwei Tagen endlich immun war, und meine Umwelt wahrnahm, entdeckte ich, dass es wohl so etwas wie eine Busbekleidungsvorschrift geben muss. Man trägt Blue-Jeans und ein T-Shirt, vorzugsweise ein Beschriftetes, sowie 'Talentfrei' oder 'Du kannst mich mal..........anrufen' von Levis.
Erlaubt sind auch T-Shirts von Lieblingsbands, allerdings scheint es
ein Muss zu einem Kiss-Shirt eine Red-Jeans zu tragen. Auch ein Muss, ein Rucksack! Worin wohl die Business-Kleidung ist.
Ich habe heute auch eine Blue-Jeans an und dazu ein T-Shirt mit kleingedruckt 'Esprit' darauf. Eigentlich hätte ich lieber eines meiner Bon-Jovi-Shirts angezogen, aber ich habe erstens keine Red-Jeans und zweitens wollte ich keinen Rucksack mitnehmen.
Warum ich mich den Bekleidungsvorschriften angepasst habe, ist leicht zu erklären. Gestern nachmittag (endlich syndromfrei) sah ich mal wie verdreckt diese Busse sind. Ich setzte mich wieder auf meinen Lieblingsplatz und teilte mir somit diese Reihe mit
einem kleinen Jungen. (er drei Plätze ich meinen) Ihm war offenbar furchtbar langweilig, denn er strampelte auf den drei Sitzen ziemlich herum, mal lag er, mal hüpfte er, mal sang er....dann klatschte er mit der flachen Hand auf den Sitz zwischen uns. Eine extreme Staubwolke stieg auf, aus meinem Mund kam ein 'Puuh', und als sich der Staub wieder legte grinsten wir uns an. Eine alte Dame die mit dem Gesicht in unsere Richtung saß,
beobachtete uns schon längere Zeit. Als der Bursche schließlich vor lauter Langeweile seine Schuhe auszog und seine Zehen mit Hingabe säuberte, wurde es der alten Dame wohl zu bunt.
Sie baute sich vor mir auf und sagte lautstark: 'Wollen Sie den Burschen nicht ordentlich erziehen?'
Ich: 'Meinen Sie wirklich, dass ICH das machen sollte?'
Sie: 'Wenn nicht Sie, wer denn dann!!!'
Ich frage den Jungen: 'Was hältst du davon?'
Er: 'Puuh!' Wir grinsen uns an, und die alte Dame setzt sich keppelnd mit hochrotem Kopf wieder auf Ihren Platz. Zwei Stationen später steigt der Junge aus, ich rufe ihm nach:
' Du brauchst nicht auf mich warten, ich komme heute spät nach Hause!'
Er: 'Puuh!!!' und ein letztes gemeinsames Grinsen.
Die alte Dame ist am Zerplatzen....
Wenn ich ihn schon nicht erziehen konnte, so habe ich doch seinen Wortschatz um ein Wort erweitert.
barbitos - 7. Jul, 11:38
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Wer bist denn du?